POL-FR: Verkehrsunfallbilanz 2016 beim Polizeipräsidium Freiburg

Freiburg (ots) – Erfreulicherweise ist im vergangenen Jahr die Zahl Verkehrstoten und Verletzten zurückgegangen, obwohl der Verkehr weiter zunimmt. Immer mehr Fahrzeuge werden zugelassen, die zurückgelegten Strecken nehmen zu und der Verkehr wird komplexer. Im vergangenen Jahr hat die Polizei 24093 Verkehrsunfälle registriert, davon wurden etwa die Hälfte (12144 Unfälle) ausgewertet. Die anderen Unfälle von untergeordneter Bedeutung wurden nur in der Summe erfasst. Die festgestellten Unfallzahlen stagnieren auf hohem Niveau.

   -	44 Verkehrstote auf den Straßen bedeutet, dass im Jahr 2016 etwa
alle 8 Tage ein Mensch im Straßenverkehr starb. Dies ist der tiefste 
Stand in den vergangenen zehn Jahren. -	Im Vergleich zu 2015 sind die
Unfälle nur leicht um 0,3 Prozent zurückgegangen, bei Unfällen mit 
Personenschaden ist ein Rückgang um 2,4 Prozent zu verzeichnen. Die 
Anzahl der Leichtverletzten hat um 1,4 Prozent abgenommen, die Anzahl
der Schwerverletzten sogar um 5,9 Prozent. -	Motorradunfälle sind um 
11,2 Prozent zurückgegangen, allerdings kam mit zehn getöteten 
Motorradfahrern ein Motorradfahrer mehr ums Leben als im Vorjahr. 

Die Fälle, in denen ein Unfallbeteiligter sich unerlaubt von der Unfallstelle entfernt hat, nehmen nach wie vor einen hohen Anteil an den Gesamtunfallzahlen ein. Im vergangen Jahre hat fast jeder vierte Unfallbeteiligte Unfallflucht begangen, allerdings konnten 37,5 Prozent dieser Täter ermittelt werden. Wurde bei diesen Unfällen ein Mensch getötet oder verletzt oder entstand Sachschaden von über 1000 Euro, kommen auf den Täter neben einer Strafe auch der Entzug der Fahrerlaubnis und Probleme mit seiner Versicherung zu.

Ohne dies zahlenmäßig belegen oder im Einzelfall auch beweisen zu können, geht die Polizei von einer erheblichen Anzahl von Unfällen durch Ablenkung aus. Meist ist der Grund für den Unfall nicht erkennbar, hier könnte die Ablenkung durch die Handybenutzung, Bedienung von Navigations- und Radiogeräten oder sonstige Inanspruchnahme des Fahrers eine Rolle gespielt haben. Neben der konsequenten Verkehrsüberwachung versucht die Polizei auch durch Aufklärung dieser möglichen Unfallursache zu begegnen.

Stadt Freiburg

Die Anzahl der Verkehrsunfälle hat im Vergleich zu 2015 um 5,1 Prozent zugenommen. 28,3 Prozent aller Unfälle im Bereich des PP Freiburg ereigneten sich im Stadtgebiet Freiburg, bei den Radfahrunfällen liegt der Anteil sogar bei 48,1 Prozent. Die Zahl der Verkehrstoten ist von sieben auf sechs zurückgegangen.

Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald

Bei etwas sinkenden Unfallzahlen ist die Zahl der Verkehrstoten von 12 auf 13 gestiegen. Die innerörtliche Unfallbelastung ist stark gesunken, die Unfallrate außerhalb geschlossener Ortschaften ist spürbar um 6 Prozent angestiegen. Geschwindigkeitsunfälle sind um 12,2 Prozent angestiegen, die Alkohol- und Drogenunfälle haben um 7 Prozent zugenommen.

Landkreis Emmendingen

Unfälle mit schweren Folgen außerhalb von Ortschaften gingen um 16,5 Prozent zurück, die Motorradunfälle waren 13,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Beteiligung junger Kraftfahrer an den Unfällen ist mit 260 auf dem tiefsten Stand seit fünf Jahren. Der positive Trend bei den Radfahrunfällen aus dem letzten Jahr hat sich nicht fortgesetzt, 2016 sind sie um 12,7 Prozent gestiegen. Die Gesamtzahl der Unfälle ist leicht angestiegen.

Landkreis Lörrach

Die Gesamtzahl der Unfälle ging um 5,3 Prozent zurück, allerdings hat der Landkreis Lörrach die höchste Unfallrate (Verkehrsunfälle mit Personenschaden oder schwerem Sachschaden außerhalb von Ortschaften) und auch die höchste Unfallbelastung (Verkehrsunfälle mit Personenschaden innerhalbgeschlossener Ortschaften) im Bereich des Polizeipräsidiums. Im Jahr 2016 verloren neun Menschen ihr Leben bei Verkehrsunfällen im Landkreis Lörrach, genauso viel wie im Vorjahr. Fahrradunfälle sind leicht um 1,7 Prozent zurückgegangen, ein starker Rückgang (- 15,6 Prozent) ist bei den Fußgängern eingetreten. Die Geschwindigkeitsunfälle sind um fast 10 Prozent gestiegen.

Landkreis Waldshut

Im Landkreis Waldshut gingen Unfälle mit Personenschaden sowohl innerorts wie auch außerhalb der Ortschaften zurück. Die Zahl der Verkehrstoten sank von 16 auf 10. Während auch die Zahl der schwerverletzten Unfallopfer sank, stieg die Anzahl der leicht verletzten Personen. Vorfahrtsverletzungen als Unfallursache sind stark angestiegen (9,7 Prozent), während die Unfallursachen Geschwindigkeit, Abstand, Verkehrstüchtigkeit, Abbiegen und Rangieren jeweils weit über 10 Prozent zurückgingen.

Autobahnen A5, A98, A861

Die Anzahl der Verkehrsunfälle pro Kilometer Autobahn (Kennzahl Unfalldichte) ging um 13,2 Prozent zurück, im südlichen Bereich sind es sogar 27,8 Prozent weniger. Überholunfälle nahmen um 47,3 Prozent zu und pendelten sich wieder im Schnitt der vergangenen Jahre ein. Die Anzahl der Bagatellunfälle ist um 42,1 Prozent gestiegen, während die schwereren Unfälle um 13,1 Prozent gesunken sind.

Verkehrsprävention

Auch im vergangenen Jahr haben die Polizistinnen und Polizisten des Referats Prävention ihr Augenmerk auf im Straßenverkehr besonders gefährdete Zielgruppen gerichtet. Die Verkehrspuppenbühne hatte 64 Auftritte, um auch die jüngsten Verkehrsteilnehmer für Gefahren des Straßenverkehrs zu sensibilisieren und ihnen verkehrsgerechtes Verhalten nahezubringen. Durch die Radfahrausbildung für alle vierten Klassen konnten sehr viele Schulkinder für den Straßenverkehr fit gemacht werden. Dazu gab es mit den Aktionen „Schütze Dein Bestes“ und „Busfahren – aber richtig“ weitere Angebote für diese Zielgruppe. Das Thema Ablenkung wurde für die Jungen Fahrer aufgenommen, aber auch Alkohol und Drogen wurden bei diesem Personenkreis thematisiert. Für behinderte Menschen und Flüchtlinge gab es passende Informationen, hier wurden ca. 60 Veranstaltungen durchgeführt. Schwerpunktmäßig ging es hier um das sichere Verhalten als Fußgänger und Radfahrer. Allein durch die Schulungen wurden durch die Prävention ca. 35000 Menschen erreicht. Die Verkehrsprävention ist ein wichtiges Standbein, um neben der Verkehrsüberwachung ein richtiges Verhalten im Verkehr zu fördern und so letztlich die Unfallzahlen zu senken.

pw

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